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Die Thermalbehandlungen

Nachfolgend finden Sie eine klare und leicht verständliche Darstellung der einzelnen Thermalbehandlungen, die in den Thermen von Sirmione durchgeführt werden.
Das salz-, jod-, brom- und schwefelhaltige Thermalwasser wird eingesetzt bei folgenden Behandlungen: Inhalationen, Spülungen, Bädern und Fangopackungen.
Der Schwefelwasserstoff wird eingesetzt bei folgenden Behandlungen: Humage, Insufflation der eustachischen Röhre und Politzer-Krenotherapie.

Thermalbehandlungen mittels Inhalation

  • Aerosoltherapie: Durch eine Nasengabel und/oder ein Mundstück oder eine Maske werden feinste Thermalwasserpartikel (1-5 Mikron) durch die Nase und/oder den Mund inhaliert, die so in die Nase, den Rachen, den Kehlkopf, die Luftröhre und die Bronchien gelangen. Dauer der Einzelbehandlung: 6-12 Minuten.
  • Schall-Aerosol: man unterscheidet die Schall-Aerosol-Behandlung von der traditionellen Aerosolterapie, weil die über die Nase inhalierten Thermalwasserpartikel einer Schallwellenschwingung ausgesetzt werden und so nicht nur in die Nasenhöhlen, sondern auch in die Nasennebenhöhlen und das Mittelohr eindringen. Dauer der Einzelbehandlung: 6-12 Minuten.
  • Ionisiertes Aerosol: durch einen besonderen Apparat werden die Wasserpartikel mit negativen Ionen aufgeladen. Sie können so bis in die feinen Verästelungen der Bronchien vordringen. Die Inhalation erfolgt über eine Maske. Dauer der Einzelbehandlung: 6-12 Minuten.
  • Nasendusche (mikronisiert): als Hilfsmittel dient eine Art Ampulle, durch die nur relativ große Thermalwasserpartikel (120 Mikron) unter Druck in die Nasenlöcher gespült werden. Dadurch verflüssigt sich das Nasensekret, die Nasenhöhlen und die Nasennebenhöhlen werden gereinigt. Dauer der Einzelbehandlung: 7 Minuten.
  • Humage: verwendet wird ausschließlich die gasförmige Komponente (Schwefelwasserstoff H2S), die sich aus dem Thermalwasser löst und die oberen Luftwege (Nase, Rachen) sowie die unteren Luftwege (Kehlkopf, Luftröhre, Bronchien) erreicht. Die Inhalation erfolgt über die Nase, den Mund oder eine Maske. Dauer der Einzelbehandlung: 4-12 Minuten.
  • Feucht-Warm-Inhalation: das Thermalwasser wird über Dampf in großen Partikeln (100 Mikron) inhaliert und dringt so tief in die oberen und mittleren Luftwege (Nase, Rachen, Kehlkopf) ein. Dauer der Einzelbehandlung: 6-15 Minuten.
  • Zerstäubung: die Behandlung wird in einem Raum durchgeführt, dessen Luft mit Wasserpartikeln so fein wie Nebel (wenige Mikron bis 50/60 Mikron) gesättigt ist. Dadurch wird ihr tiefes Eindringen in den Atmungapparat garantiert. Diese schonende Therapieform ist besonders für Kleinkinder geeignet. Dauer der Einzelbehandlung: 10-30 Minuten.

Thermalbehandlungen mittels Spülung

  • Nasenspülung: Das Thermalwasser strömt durch eine Nasenolive in ein Nasenloch und tritt durch das andere wieder aus. Dabei befeuchtet es die Nasenschleimhaut und regt sie an. Dauer der Einzelbehandlung: 10 Minuten.
  • Nasendusche (mikronisiert): als Hilfsmittel dient eine Art Ampulle, durch die nur relativ große Thermalwasserpartikel (120 Mikron) unter Druck in die Nasenlöcher gespült werden. Dadurch verflüssigt sich das Nasensekret, die Nasenhöhlen und die Nasennebenhöhlen werden gereinigt. Dauer der Einzelbehandlung: 7 Minuten.
  • Vaginalspülung: empfohlen bei chronischen Entzündungen. Die Vaginalspülung mit Thermalwasser erfolgt mittels steriler Vaginalkanülen. Diese Therapie kann mit dem Thermalbad verbunden werden.

Thermalbehandlungen bei rhinogener Schwerhörigkeit

  • Trommelfell-Insufflation: die gasförmige Komponente des Thermalwassers wird durch einen feinen Katheter über die eustachische Röhre zum Mittelohr geleitet. Diese Behandlung wird von Fachärzten durchgeführt und zur Prävention und Therapie von katarrhalischen Erkrankungen des Mittelohrs bei Kindern und Erwachsenen empfohlen. Dauer der Einzelbehandlung: 1-2 Minuten für jede Ohrtrompete.
  • Politzer-Krenotherapie: benannt nach der „Politzer- Methode“ (Schlucken mit geschlossener Nase, was einen Druckaufbau in der Nasen- und Rachenhöhle zur Folge hat). Durch eine Nasenolive gelangt der Schwefelwasserstoff über die Ohrtrompete in das Mittelohr. Die Politzer-Krenotherapie ist eine Alternative zur Insufflation der eustachischen Röhre, falls diese schwer durchführbar ist oder nicht gut vertragen wird.

Thermalbehandlungen bei Bronchial- und Lungenerkrankungen

  • Lungenventilation: eine Form der unterstützten Spontanatmung zur Verbesserung der Lungenfunktion. Mittels eines Ventilators wird eine bestimmte Menge an Sauerstoff und Arzneimitteln, die von Patient zu Patient variieren, zugeführt. Dauer der Einzelbehandlung: 10-15 Minuten.
  • Physiokinesiotherapie der Atemwege: diese wertvolle Therapieform verbessert die Atemfunktion des Patienten durch aktive und passive Handgriffe, wobei die spontane Atmung so wenig wie möglich erschwert wird. Sie beinhaltet Haltungsdrainage, kinesiologische Mobilisierung des Brust-Zwerchfellbereichs, korrektes Abhusten und das Erlernen einer korrekten Atemtechnik.

Thermalbehandlungen mittels Bäder und Fangopackungen

  • Bad: der Körper befindet sich 15-20 Minuten lang ganz oder teilweise in einem 32-34 °C warmen Thermalschwimmbecken oder in einer 34-36 °C warmen Thermalwanne. Nach dem Bad folgt eine etwa 10-minütige Reaktionsphase. Im Thermalbecken ist eine größere Bewegungsfreiheit gegeben, der Patient kann schwimmen und Krankengymnastik betreiben.
  • Hydromassage: wird in einer Einzelwanne oder im Thermalschwimmbecken durchgeführt: Dabei sprudelt das Thermalwasser aus Unterwasserdüsen und massiert bestimmte Körperregionen. Dauer der Behandlung: 20 Minuten.
    Wassertretbecken: besondere Thermalwasserbecken unterschiedlicher Temperatur (Warm-Kalt-Wechsel) werden 20 Minuten lang abwechselnd durchschritten. Besonders empfohlen zur Behandlung und Prävention von Gefäßerkrankungen.
  • Fango: der Fango wird aus einer Mischung von Schlamm und Thermalwasser hergestellt, die etwa 1 Jahr lang in speziellen Becken „reifen“ muss, um sich mit Mineralsalzen anreichern zu können. Der so entstandene Heilschlamm wird dem Patienten mit einer Temperatur von etwa 47 °C als Teil- oder Ganzkörper-Fangopackung aufgetragen. Anschließend lässt man ihn 20 Minuten lang einwirken. Darauf folgen eine erfrischende Dusche, ein 10-minütiges Bad im 34-36 °C warmen Thermalwasser und eine 10-minütige „Reaktionsphase“ auf der Wellnessliege.
  • Unterwassermassage: die Massage wird in der Wanne manuell durch den Therapeuten durchgeführt, der den Thermalwasserstrahl etwa 20 Minuten lang auf die zu behandelnden Körperstellen richtet. Die Behandlung wird empfohlen bei allen rheumatischen Erkrankungen mit Muskelkontraktur und Gelenkversteifung sowie bei Durchblutungsstörungen in den unteren Extremitäten, Übergewicht und kosmetischen Problemen wie Cellulite.
  • Manuelle Massagge: therapeutische Massage der Muskulatur mit entspannender und zugleich anregender Wirkung, die sich am besten nach einer Fangopackung oder einem Bad entfaltet. Tatsächlich lockert die erzeugte Wärme die Muskulatur und fördert die Durchblutung. Dauer der Massage: zwischen 15 und 30 Minuten.

Thermalbehandlungen im Rahmen motorischer Rehabilitation

  • Motorische Hydrokinesiotherapie: empfohlen bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (Verletzungen, orthopädische Eingriffe, Arthrose usw.). Sie basiert auf aktiven und passiven Bewegungen (Gymnastik und Massage) mit dem Ziel, die Beweglichkeit und die Funktionalität der Gliedmaßen oder verschiedener Körperteile wiederherzustellen und zu verbessern. Die Gymnastik wird in Thermalwasser ausgeübt (Hydrokinesiotherapie), wodurch sie effektiver und schneller wirkt. Die täglichen Behandlungen dauern etwa 20 Minuten und werden von einem Physiotherapeuten begleitet.

Gegenanzeigen für Thermalbehandlungen

Die Thermalbehandlungen dürfen nicht durchgeführt werden, wenn sich die Erkrankung in einer akuten Phase befindet oder wenn gleichzeitig Begleiterkrankungen vorliegen, die durch Medikamente noch nicht entsprechend therapiert sind.